WILL

  • Photographer
  • IT Specialist
  • Triathlete

Artikel

Micha
Leica Q2 - Das kleine Schwarze

Ausgepackt

Es ist kurz nach Weihnachten. Der Himmel ist grau. Ich sitze in meinem Büro. Vor mir ein großer weißer Karton.

Unboxing, oder besser Unboxboxboxing. Da zum damaligen Zeitpunkt nicht annähernd absehbar war, dass ich diesen Artikel schreibe, gibt es leider keine Bilder vom Auspacken. Ich versuche dir diesen Moment aber so gut es geht, zu beschreiben.

Ich öffne also den großen weißen Karton vor mir. Darin eine silber-graue Box. Auf ihr ein schwarz-weißes Piktogramm einer Leica Q2. Ich löse die einzig vorhandene Lasche an dieser silbernen Box. Alle Seiten fallen gleichzeitig nach unten.

Vor mir steht eine schwarze Kiste. Es sieht aus wie ein großes, mattschwarzes Schmuckkästchen. Zwei magnetische Klappen geöffnet finde ich obenauf eine große Box mit dezentem Leica Logo. Darunter Schubladen.

Wer glaubt, dass der Technik-Riese mit dem angebissenen Apfel im Logo gute Verpackungen baut, der hat hier sozusagen den Endboss des Verpackungsdesigns vor sich. Es ist als würde sich der Vorhang zu einem Theaterstück öffnen. Dies ist definitiv eine dieser Verpackungen, welche man nur deshalb aufhebt, weil sie genauso speziell sind, wie der Inhalt, den sie transportieren. Chapeau Leica!

In den Schubladen befindet sich allerlei Zubehör. Netzteil, Kabel, Gewindeschutzring, Gegenlichtblende, Leder-Tragegurt, Akku und Objektivdeckel. Einiges davon ist zudem in kleinen Mikrofaser-Säckchen verpackt.

Achso. Da war noch die große Box mit dem Leica Logo. Gleich mal reingucken.

Die kleine Schwarze - Das kleine Schwarze unter den Kameras

Da liegt sie nun vor mir. Eine neue Leica Q2. Meine neue Leica Q2.

Obwohl die Q2 ganz klar der typischen Leica Formensprache entspricht, wirkt sie moderner als die große Schwester “M”. Das wurde mir bewusst, als ich jüngst eine Leica M testen durfte (Spoiler: dazu kommt auch bald ein Artikel). Häufig wurde mir gesagt, dass man gedacht hätte die M sei eine “alte Kamera”, oder zumindest eine Kamera im Retro-Look.

Ich vermute, dass das bei der Q2 nicht passiert, liegt an dem massiveren Autofokus-Objektiv und den Fehlenden Sucherfenstern.

Das Äußere der Leica Q2 würde ich als unscheinbar betiteln. Puristisch. Zeitlos. Zugleich aber auch magisch.

Sie ist wie das allseits bekannte “Kleine Schwarze” in der Damenmode. Wie ein Cocktailkleid, das zu vielen Anlässen getragen werden kann. Es überzeugt immer durch seine Schlichtheit und Eleganz. Ganz egal ob von Jung, oder von Alt getragen.

So stellt sich auch die Q2 dar. Moderne Technik mit einem schlichten, eleganten Erscheinungsbild.

Sachlich betrachtet würde man diese Kamera in die Kategorie der Kompaktkameras einordnen. Der einzige Grund dafür wäre wohl das fest verbaute Objektiv. So wirklich wird ihr diese Bezeichnung aber nicht gerecht. Immerhin arbeitet in diesem handlichen Kameragehäuse ein hochauflösender Vollformat Sensor mit 47,3 Megapixeln. Noch dazu hat Leica ihr ein lichtstarkes Summilux 28 mm f/1.7 ASPH. spendiert. Dieses Summilux hat es in sich. Kaum Randabschattung, keine Verzerrung, selbst bei extremen Kontrasten keine Farbsäume. Der Kontrastautofokus funktioniert hervorragend. Zumindest bei stehenden Motiven. Bei Bewegten hat der AF leider so seine Schwächen. Für einen früheren Sportfotografen ernüchternd. Grundsätzlich sitzt der Autofokus und ich vermute, dass es eher ein Problem ist, dass man auch mit künftigen Firmware-Updates behandeln kann.

Auf den ersten Blick

Egal was aus der schwarzen Box man davon in die Hand nimmt, alles davon fühlt sich wertig an. Nicht nur die Kamera. Auch der schmale Gewindeschutzring, ebenso wie die Gegenlichtblende sind aus Metall. Beides kann auf das Aussengewinde am Objektiv aufgeschraubt werden. Entweder die Blende oder der Ring.

Bereits beim Anbringen der Gegenlichtblende spürt man wie sanft und makellos beide Gewindegänge ineinandergreifen. In der Fachsprache würde man es wohl saugend nennen. Nichts hakt, nichts wackelt und die Gegenlichtblende sitzt im Endanschlag perfekt horizontal auf dem Objektiv.

Der Akku rastet problemlos auf der Unterseite der Kamera ein. Möchte man den Akku entnehmen, dreht man an einem kleinen Hebel. Dann öffnet sich das Batteriefach, jedoch fällt er nicht einfach heraus. Erst wenn man erneut leicht dagegen tippt, kann man diesen komplett entnehmen. Clever!

Egal welches mitgelieferte Teil man an der Kamera anbringt, nichts davon klappert, oder wackelt.

Endlich alles am richtigen Platz! Sicher?

Der Blendenring befindet sich am Objektiv. Das gibt es schon seit mehr als einem halben Jahrhundert. Ich habe diesen nur nie verwendet. Viele meiner früheren Objektive hatten ihn entweder gar nicht, oder er war vorhanden, nur konnte die Blende ebenso über ein Rad am Kamerabody eingestellt werden. Mich hat es einen kurzen Moment der Gewöhnung gekostet. Nicht mehr, nicht weniger. Es gibt daran nichts auszusetzen. Es ist nur eben anders. Für Fotografen, die sich schon länger in der Leica-Welt bewegen ist das aber Normalität und tatsächlich hält der Blendenring bei vielen Herstellern wieder Einzug an den Objektiven. Kann also gar nicht so schlecht sein.

Die Haptik aller mechanischen Bedienelemente ist hervorragend. Der Übergang zwischen den Blendenstufen hat einen spürbaren, aber nicht hörbaren Klick. Dieser ist so perfekt ausbalanciert, dass die Blende nicht durch eine leichte Berührung versehentlich verstellt werden kann, ist aber auch nicht so straff, dass es störend wäre.

Um in den Automatikmodus zu schalten, muss man eine etwas größere Raste überwinden. Das verhindert ein versehentliches Umschalten zwischen Blendenpriorität und manueller Blendenwahl.

Ähnlich verhält sich der Fokusring. Er ist stufenlos einstellbar, benötigt jedoch für den Wechsel zwischen Autofokus und manuellem Fokus einen Tastendruck, gepaart mit dem Drehen am Ring. Ohne diesen Tastendruck kann zwischen den beiden Möglichkeiten nicht gewechselt werden.

Ich vergleiche das Gefühl beim Drehen am Fokusring gerne mit dem Lautstärke-Regler einer hochwertigen HiFi-Anlage. Er läuft super smooth und lässt ein punktgenaues manuelles Scharfstellen zu, ohne das beim Loslassen die Einstellung ungewollt verändert wird. Das gilt auch für alle Einstellräder. Keines davon wackelt auch nur den Bruchteil eines Millimeters.

Ich werde jetzt nicht auf jedes Rad und jede Taste an der Kamera eingehen, jedoch muss ich neben dem Verschlusszeit-Rad auf der Oberseite der Kamera die rechte Funktionstaste erwähnen.
Wie bereits im vorherigen Artikel geschrieben, war ich auf der Suche nach einer Kamera, die für Blende, Zeit und ISO einzelne Tasten hat. Blende und Zeit ist bereits klar. Jetzt kommt die Funktionstaste ins Spiel. Diese kann nahezu frei belegt werden, somit auch mit der ISO-Auswahl. Zum einen kann man voreinstellen, welche Funktionen man auf dieser Taste auswählbar machen möchte. Mit einem langen Druck auf die Funktionstaste kann man diese dann mit einer dieser Hauptfunktion belegen. Ich habe dort also die Empfindlichkeit hinterlegt. Ein kurzer Druck auf die Taste und ich kann mit dem Daumenrad durch die verschiedenen ISO-Werte blättern und meine Auswahl mit einem weiteren kurzen Druck auf die Funktionstaste bestätigen.

Damit habe ich für alle drei Funktionen eine separate. mechanische Taste und muss nicht erst in ein Menü gehen.

Mission erfüllt, aber...!

Ich würde mir an dieser Stelle wünschen, dass ich das Daumenrad frei belegen kann. Derzeit kann man darüber lediglich eine Belichtungskorrektur oder weitere Zwischenschritte für die Verschlusszeit festlegen. Es wäre daher großartig, wenn man dort auch die Auswahl der ISO einstellen könnte, so dass man zwischen den Empfindlichkeiten blättern kann, ohne vorher eine Taste drücken zu müssen.

Warum ist mir das so wichtig?

Da die Q2 noch keinen ISO-Invarianten Sensor hat (Was das ist, erfährst du hier!), fotografiere ich nach wie vor nach dem Prinzip der maximalen Qualitätsausbeute. Das bedeutet, dass wenn ich meine Blende und die gewünschte Verschlusszeit erreicht habe und in einer Situation mit Überbelichtung bin, ich erst einmal (sofern noch möglich) die ISO-Zahl senke, bevor ich die Verschlusszeit kürzer mache.

Und das Menü?

Simpel.

Beim ersten Druck auf die Menü-Taste erscheint eine Schnelleinstellungen-Seite. Sie zeigt den aktuellen Modus (Foto / Video) und die darin getätigten Einstellungen an.
Hier findet man auf einen Blick Blende, Verschlusszeit, ISO, Autofokus-Modus, Autofokus-Messfeld, Weissabgleich, … einfach alles, was man eingestellt hat. Die Ansicht ist vordefiniert und kann vom Benutzer nicht verändert werden. Per Touchscreen kann man jedoch die Einstellungen verändern.

Beim zweiten Druck auf die Menü-Taste erschein das Favoriten-Menü. Dieses Menü kann man nach seinen eigenen Vorstellungen mit den gewünschten Menüpunkten bestücken. Man kann sich sozusagen sein eigenes Menü zusammenbauen, um alle häufig benötigten Funktionen auf einer Menüseite zu haben.

Mit jedem weiteren Druck auf die Menü-Taste blättert man durch das Hauptmenü. Das Hauptmenü besteht aus mehreren Seiten. Die Einstellungspunkte sind flach angeordnet, es gibt insgesamt 3 Menü-Ebenen. Diese sind jedoch sehr übersichtlich und wenig verschachtelt. Ich hatte bisher nicht das Gefühl, dass wichtige Menüpunkte versteckt sind.
Insgesamt gibt es deutlich weniger Einstellungsmöglichkeiten wie bei anderen Kameraherstellern. So sucht man z.B. Feineinstellungen für den Autofokus (wie bzw. die AF-Geschwindigkeit), vergeblich.

Pro / Contra

Der erste Eindruck ist fantastisch, wenngleich auch ungewohnt. Die Kamera sieht so viel anders aus, als alle die ich bisher verwendet habe. Sie liegt erstaunlich gut in der Hand. Kameragehäuse und fest verbautes Objektiv sind sehr gut ausbalanciert. Knöpfe, Drehregler und Verstellringe sind haptisch auf allerhöchstem Niveau. Nichts wackelt, nichts fühlt sich billig an und alles lässt sich punktgenau bedienen.

Ob das ausreicht?

Newsletter abonnieren

Möchtest du immer auf dem laufenden bleiben und sofort über neue Artikel und Bilder informiert werden? Dann bist du bei meinem Newsletter genau richtig!

Mit Klicken auf die „Abonnieren!“ Schaltfläche akzeptierst du unsere Datenschutzerklärung

Mehr Lesen
Micha
Leica Q2 - Die Einsteigsdroge

Bereits zum Zeitpunkt als ich aufgehört habe beruflich zu fotografieren stand fest, dass ich mein “großes Equipment” verkaufen würde.
Zu sehr war  mir bewusst, dass ich nichts davon mitnehmen würde um im Alltag Fotos zu machen. Ebenso war klar, dass ich vorerst keinerlei beruflichen Ambitionen mehr hegen werde.

Daran hat sich auch bis heute nichts verändert. Jedoch wuchs die Sehnsucht zu fotografieren Tag für Tag.

Der Weg zur Kamera, die immer dabei ist

Natürlich ist man mit Profi-Equipment verwöhnt und so recht möchte man nichts davon missen. Qualität, Haptik, Bedienbarkeit. Auf der anderen Seite kam für mich nicht in Frage wieder derart großes Equipment anzuschaffen. Ich spreche hier wirklich von der Größe des Kamerabody aber auch der Objektive. Klein und handlich, aber mit guter Bildqualität sollte es sein. So kam eine Sony RX100 MK4 ins Haus.

Die Bildqualität war gemessen ihrer Größe gut und das Packmaß überschaubar. Die Kamera war auch schon als Begleiter mit auf einer Radreise. Wohlgemerkt in der Trikottasche. Sogar einen Sturz hat sie, anders als Knie und Ellbogen, tadellos überlebt.

Lektion 1 - Wenn man alles auf "A" lässt

Ich musste jedoch sehr schnell feststellen, dass mir etwas ganz Maßgebliches fehlte. Wenn ich schon eine Kamera mitnehme, dann möchte ich ganz bewusst fotografieren. Ansonsten könnte ich das ja auch mit dem Smartphone machen. Das stimmt so nicht ganz, aber ich erzähle dir sofort warum ich das so sage.

Fotografie bedeutet für mich Blende, Belichtungszeit und Empfindlichkeit, sprich ISO selbst einzustellen.
Tatsächlich war das bei der “kleinen Sony” auch möglich. Wäre da nicht die Bedienung gewesen. Theoretisch hat die RX100 ausreichend Tasten, welche man für die drei wichtigsten Werte belegen könnte. Praktisch geht das aber nicht und somit muss man immer über das Menü navigieren, um wirklich alles eingestellt zu bekommen. Neben dem fummeligen Favoritenmenü, gab es zudem noch ein sehr umfangreiches, unübersichtliches, schon fast benutzerfeindliches Hauptmenü. Bei diesem ist es völlig irrelevant, ob man Laie oder Profi ist. Selbst nach der hundertsten Verwendung bleibt es eine Totalkatastrophe an Bedienbarkeit. Der fehlende Touchscreen trägt machte das nicht minder umständlich.

Somit wurde die RX100 meist im Automatikmodus verwendet und am Ende verbrachte sie ihr Dasein in der Schublade. Wenn ich schon auf “A” fotografiere, dann kann ich auch gleich das Smartphone nehmen.

Das Kapitel Sony war noch nicht zu Ende

Ernüchtert von dieser Erkenntnis dauerte es einige Zeit mich auf ein weiteres Fotoequipment-Kapitel einzulassen.

Die RX100 war mit 800 Euro Neupreis schon hart an der Grenze dessen, was ich zum damaligen Zeitpunkt für Fotografie ausgeben wollte und so dauerte es einige Zeit, bis ich der Versuchung wieder stattgegeben habe.

Die Lehre die ich also aus der RX100 zog war: Die Kamera muss für alles was ich brauche eine eigene Taste haben. Leider war mein früherer Partner Nikon aussen vor. Zwar hatte ich mir bereits ein Modell herausgesucht, dass ich testen wollte. Aber leider riss der Kontakt zu Nikon ab und somit wurde es mir verwehrt die ausgesuchte Kamera zu testen. So schaute ich mich erneut bei Sony um. Das Menü hatte sich zwar nicht verbessert, aber wenn ich das Wichtigste auf einzelnen Tasten habe, kann es so schlimm ja nicht werden.

Die Sony A7R IV. Ein Pixelmonster von höchster Güte. Technisch eine eierlegende Wollmilchsau mit zahlreichen Einstellmöglichkeiten und zahlreichen Neuerungen.

Lektion 2 - So groß und doch zu klein

Die A7R IV machte anfangs wirklich Spaß. Ich entdeckte meine Leidenschaft für Fotografie wieder. Den Spaß an bewusst angefertigten Bildern. Doch das hielt leider nicht lange an. Zwar war der Kamerabody der Sony A7R IV im Vergleich zu anderen Kameras relativ klein, aber dennoch nicht kompakt. Hinzu kommt das doch recht auftragende Zeiss 35mm f/1.4 Objektiv, dass nahezu die Größe einer Getränkedose hatte. Das schlimmste war jedoch die Kombination aus beidem.

Selbst Griffverlängerung, die es mir erlaubte die Kamera auch mit dem kleinen Finger zu umgreifen empfang ich den Griff als massiv unergonomisch. Mit dem großen und deshalb auch schweren Zeiss war sie zudem sehr frontlastig. Das fühlte sich einfach nicht gut an.
Der größere Nachteil war aber, dass sich die Kamera dadurch auch unterwegs immer wie ein Störfaktor anfühlte. Egal ob über der Schulter, oder um den Nacken getragen, durch das schwere Objektiv baumelte die Kamera immer störend umher und man musste sie stets festhalten. Auf dem Rad musste ich sie immer in den Rucksack verbringen, weil sie am Rücken störend gedrückt hat.

Eine Kamera die im Rucksack ist, verleitet aber dazu an Motiven auch einfach vorbeizugehen/-fahren und so kam es auch bei der A7 RIV dazu, dass diese meist zu Hause rumlag und nur zu bestimmten Anlässen mitgenommen wurde.

Das habe ich mir anders vorgestellt

Mit dem Entschluss wieder zu fotografieren -jedoch nicht mehr beruflich- wollte ich aber eine Kamera haben, die immer dabei sein kann. Eine Kamera, die wie ein Portemonnaie, oder ein Schlüsselbund immer griffbereit liegt, um mitgenommen zu werden, so als wäre das ganz selbstverständlich.

Zu dieser Zeit habe ich mir einige Videos zu verschiedenen Fotografie-Themen angesehen. Unter anderem eines in dem es darum ging, ob es den Leica Look wirklich gibt. Auf der Suche danach, was dieser Leica Look überhaupt ist, begegneten mir natürlich, wie soll es auch anders sein, einige Leica Kameramodelle.

Leica - (K)ein Gedanke

Zwar wusste ich bereits um die Leica Kameras. Leica, ein Hersteller dessen Historie mir wenn überhaupt, nur bruchstückhaft geläufig war. Ein Hersteller, der den Aufsprung verpasst hat. Messsucherkameras. Kein Autofokus. Ein antiquiertes Gehäuse. Wenig ergonomisch. Seltsam kleine Objektive. Trotzdem verspürte ich schon immer einen gewissen Reiz eine Leica Kamera einmal ausprobieren zu wollen.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich schon immer jemand war, der eine gewissen Faszination in Dingen verspürte, die anders funktionieren.

Etwas recherchiert, fand ich heraus, dass Leica sehr wohl Kameras mit Autofokus herstellt. Das SL-System schien mir plausibel. Das Design? Markant aber zeitlos. Nicht auffällig, aber anders als das der anderen Hersteller. Ein wenig herum gerechnet stand aber schnell fest, dass das System erst einmal weit ausserhalb meines Budget lag. Das war gut so!

Denn dann habe ich einige Bilder von der Leica Q2 gesehen. Eine kleine handliche Kamera. Feste Festbrennweite, Offenblende 1.7, Autofokus. Die damit angefertigten Bilder? Wow!  Diese Bildwirkung. Völlig anders als das was die Sony lieferte. Anders als alles was ich vorher gesehen habe. Aber dazu später mehr.

So kam ich vom Gedanken nicht mehr los, dass ich eine Q2 verwenden möchte.

Ich setzte also alle Hebel in Bewegung, verkaufte die Sony und kurze Zeit später war sie dann da. Das ist jetzt knapp 1 Jahr her.

Newsletter abonnieren

Möchtest du immer auf dem laufenden bleiben und sofort über neue Artikel und Bilder informiert werden? Dann bist du bei meinem Newsletter genau richtig!

Mit Klicken auf die „Abonnieren!“ Schaltfläche akzeptierst du unsere Datenschutzerklärung

Mehr Lesen
Micha
Zu Gast im Leica Enthusiast Podcast

Nicht ganz ein Jahr ist es nun her, dass ich mir die Leica Q2 zugelegt habe. Viele, vor allem auch professionelle Fotografen und Videographen haben seither bei mir nachgefragt, wie es überhaupt dazu kam einen Blick in Richtung Leica zu werfen und ob ich es bereue. Michel Birnbacher hat mir diese Frage auch gestellt und ich habe ihm diese im Leica Enthusiast Podcast beantwortet.

Vielen Dank für die Einladung und das herzliche Gespräch!

Podcast anhören

Mehr über Michel Birnbacher erfährst du hier:

Newsletter abonnieren

Möchtest du immer auf dem laufenden bleiben und sofort über neue Artikel und Bilder informiert werden? Dann bist du bei meinem Newsletter genau richtig!

Mit Klicken auf die „Abonnieren!“ Schaltfläche akzeptierst du unsere Datenschutzerklärung

Mehr Lesen
Micha
Prolog (Teil 2): Hashtag Massenware

Was bleibt?”, ist nur eine sehr vereinfachte Darstellung einer schier endlosen Ansammlung von Fragen. Wie ein Wirbelsturm, der sich monatelang in meinem Kopf gedreht hat. Je länger er gewütet hat, desto mehr neue Fragen hat er in sich hinein gesogen wie ein Tornado, der über das Land fegt und alles mit sich reißt.

Viele Versuche das aufgewirbelte Dickicht zu durchdringen waren erfolglos. Auch wenn es sich nicht jedes Mal wie ein Rückschlag angefühlt hat, kannst du dir bestimmt gut vorstellen, dass es viel Energie gekostet hat immer wieder von neuem Anlauf zu nehmen.

Doch jeder Sturm legt sich auch wieder und damit lichtet sich auch das Chaos. Der Himmel reißt auf. Auf ein dunkles, nebeliges Grau folgt meist ein Moment der Stille. Die Luft klart auf. Aufatmen! Dann beginnt die Zeit, in der man die verbliebenen Trümmer zusammen sammelt und entscheidet, was man davon behalten möchte.

Hashtag Massenware

Social-Media-Plattformen setzen uns unter Druck. 1 oder NULL. Nein, es geht nicht um Computersprache. Sondern um “ganz, oder gar nicht”. Entweder du beteiligst dich gar nicht in sozialen Netzwerken, oder du hängst voll mit drin. Wer zu wenig postet, rutscht durch den Algorithmus und ist einfach nicht interessant genug.

Immer mehr Beiträge, in immer kürzerer Zeit. Jeden Tag, mehrmals. Dazu noch zwei Dutzend Hashtags. So muss man auch gar nicht lange darüber nachdenken, um was es geht. Es steht einfach schon dabei. Leicht bekömmlich, schnell konsumiert, keine Zeit verschwendet. Massenware.

Was bleibt übrig davon? Will ich wirklich, dass man mit “Dingen”, die mir wichtig, so belanglos umgeht? Möchte ich meine Bilder in ein unpassendes Format quetschen, nur damit es auf einer bestimmten Plattform besser angezeigt wird? Will ich dazu unzählige Schlagwörter schreiben müssen? Oder will ich es dem Betrachter lieber selbst überlassen, was er in das Bild hinein interpretiert? Gibt es eine Plattform, die besser geeignet ist, für das, was ich machen möchte? Möchte ich damit Geld verdienen? Warum möchte ich es zeigen? Was möchte ich zeigen? Muss ich mich thematisch einschränken?  Möchte ich mich thematisch einschränken?

Diese und viele andere Fragen habe ich immer und immer wieder durchdacht. Dabei half mir eine ganz bestimmte Frage “Will ich das?”

Digitale Entschleunigung

Egal, ob geknipst oder von langer Hand vorbereitet. Jedes Foto, das ich dir auf dieser Webseite zeige, hat für mich einen Wert. Jeder meiner Beiträge, sei es nur ein kurzes Zitat, eine Niederschrift meiner Gedanken, oder etwas, dass ich dir gerne erzählen möchte, habe ich bewusst ausgewählt.

Ich möchte nicht, dass jemand anderes darüber bestimmt, wie lange diese Bilder und Beiträge gesehen werden können. Schon gar nicht möchte ich, dass dir ein Algorithmus vorschreibt, was du sehen sollst, oder gar dir etwas vorenthält.

Ab heute entscheidest du selbst, wann du was sehen möchtest. Komm vorbei wann immer du willst, der Eintritt ist frei, 24 Stunden, 7 Tage die Woche.

Du hast keine Zeit hast für einen regelmäßigen Besuch? Dann abonniere meinen Newsletter und ich informiere dich, sobald es etwas Neues gibt.

 

Bis dann!

Micha

Newsletter abonnieren

Möchtest du immer auf dem laufenden bleiben und sofort über neue Artikel und Bilder informiert werden? Dann bist du bei meinem Newsletter genau richtig!

Mit Klicken auf die „Abonnieren!“ Schaltfläche akzeptierst du unsere Datenschutzerklärung

Mehr Lesen
Micha
Prolog (Teil 1): Was bleibt?

Heute möchte ich dich an den Gedanken zur Entstehung dieses Projektes Teil haben lassen.

Seit meinem 15. Lebensjahr erstelle ich Webseiten. Angefangen habe ich, wie viele meiner Generation, mit einem schwarzen Hintergrund, wilden GIFs, vermutlich (unwissentlich) gestohlenen Bildern und Text in Standardfarben, der sich auf dem schwarzen Hintergrund keine 2 Sätze weit lesen ließ.

Mit der Zeit wurden die Webseiten aber besser und auch gehaltvoller. Mit wechselnden Interessen veränderte sich auch der Inhalt. Meist waren es aber immer meine Freizeitaktivitäten, welche Hauptbestandteil meiner waren.

Eine ganze Zeit lang war meine Webseite auch meiner zweiten Berufung, der Sportfotografie geschuldet. Sozusagen eine digitale Visitenkarte.

Doch mit dem Ablegen dieser Profession wurde aber auch diese wieder vom Netz genommen. Durch die zunehmend stärker werdenden sozialen Netzwerke habe ich mir dann auch nicht mehr die Mühe gemacht eine Webseite mit Inhalt zu füllen.

Facebook, Instagram, TikTok, Snapchat, Twitter, OnlyF.... Moment!

Letzteres lassen wir jetzt mal aus. Und nein, deine Suche wird keinen Erfolg haben! Wir bleiben dennoch bei den sozialen Netzwerken. Die Grundidee war fantastisch. Man füllt eine Profilseite mit seinen Interessen und findet dadurch Gleichgesinnte.

Vielen wird StudiVZ ein Begriff sein. Ein virtuelles Verzeichnis für Studierende, das später durch MeinVZ ergänzt wurde. Immerhin wollten sich diejenigen, die nicht studiert haben,

auch vernetzen. Man hat dort seine persönlichen Daten, bis hin zu seinem schulischen, oder natürlich beruflichen Werdegang eingetragen und konnte sich anhand dieser Merkmale mit Klassenkameraden, Freunden und Gleichgesinnten verbinden.

Mitunter am bekanntesten war aber wohl Myspace. Auch wenn es heute eher wie die Musikkassette des Internets wirkt, so war es früher der Big Player unter den sozialen Netzwerken. Man konnte dort alles teilen. Bilder, die man gemacht hat, Musik die man gerade hört, Buchempfehlungen und noch vieles mehr. Der Unterschied zu MeinVZ war jedoch, dass Myspace international war. Ich habe damit zum ersten Mal über die Landesgrenzen hinweg mit Menschen gesprochen, welche die gleichen Hobbys wie ich hattem. Wahnsinn!

Höher, Schneller, Weiter. Inhalte werden zu Massenware.

Mittlerweile gibt es im Internet zahlreiche Plattformen, auf denen sich jeder von uns beteiligen kann. Sei es mit einem Foto, tanzend, in einem Video, oder in durch 280 Zeichen begrenzte Debatten. Doch genauso kurz wie ein Twitter-Beitrag ist meist auch die Halbwertszeit der Beiträge. Bilder werden schnell überblättert, vielleicht noch mit einem Doppeltippen geliked. Videos werden nach einem Tag gelöscht und tauchen höchstens in einer Compilation auf YouTube erneut auf. Zwischendrin darf die gut platzierte Zielgruppen-Werbung nicht fehlen.

Du hast dich vielleicht auch schon einmal dabei ertappt, wie du vor dich hin starrend über die Instagram Bilder anderer blätterst, ohne diese wirklich wahrzunehmen. Auch mir ist das, nicht nur ein mal, passiert.

Und so stellt sich mir die Frage “Ist es wirklich das, was du willst? Ist es das, was bleibt?”

Newsletter abonnieren

Möchtest du immer auf dem laufenden bleiben und sofort über neue Artikel und Bilder informiert werden? Dann bist du bei meinem Newsletter genau richtig!

Mit Klicken auf die „Abonnieren!“ Schaltfläche akzeptierst du unsere Datenschutzerklärung

Mehr Lesen
Micha
Freier Eintritt.

Hey

Mit diesem Post möchte ich dir mein neues Langzeitprojekt vorstellen.

Betrachte es als eine Art Museum, das du jederzeit besuchen kannst, ohne dafür Eintritt bezahlen zu müssen.

Von Zeit zu Zeit werde ich neue Ausstellungen, aber vielleicht auch nur einzelne Exponate hinzufügen.

Du wirst hier vor allem meinen Fotografien begegnen.
Ich möchte dir die Welt aus meiner Perspektive zeigen. Manchmal kommentiert. Meistens aber ohne Text.
So ist es völlig dir überlassen, wie du mit diesen Bildern umgehst. Ob du sie schnell durchblätterst, sie ausgiebig betrachtest, gedankenverloren anstarrst, oder deine Fantasie spielen lässt.

Es könnte aber auch passieren, dass du hier den einen oder anderen Gedanken von mir lesen wirst.
Sei es zu den Bildern, einem Ort an dem ich war, etwas über Fotografie, oder etwas das ich gerade erlebt habe.

Ich möchte mich weder fotografisch auf Themengebiete festlegen, noch bei Beiträgen die erscheinen könnten.

Ein Menschenleben ist voller Facetten.
So soll auch das Museum meines Lebens keine Grenzen kennen.

Wenn du nichts verpassen möchtest, folge einfach meinem Newsletter.

Cheers,
Micha

Newsletter abonnieren

Möchtest du immer auf dem laufenden bleiben und sofort über neue Artikel und Bilder informiert werden? Dann bist du bei meinem Newsletter genau richtig!

Mit Klicken auf die „Abonnieren!“ Schaltfläche akzeptierst du unsere Datenschutzerklärung

Mehr Lesen